Über Bühnenexzess und Selbsthass

Ein kluger Kommentar zum Thema Theateraufführungen – eins zu eins auf den Musik- oder Konzertbetrieb adaptierbar – ist unlängst, sagen wir im Juni, in der „Süddeutschen“ erschienen. SZ-Redakteur Christopher Schmidt stellt in ihm sehr klug fest: „Im Bühnenexzess drückt sich der Selbsthass von Künstlern aus, die wissen, wie marginal sie geworden sind“.

Und weiter: „Man muss die Skandalnudelei daher als Rückzugsgefecht einer Kunstform verstehen, die auf dem Weg ist in die Nische.“

Hm, Bühnenexzess, Skandalnudelei, Rückzugsgefecht … an wen muss man da aktuell denken? Richtig, an unser Vorzeigerapperlein Bushido aus Berlin. Als Protagonist einer Musikrichtung, Kunstform wäre hier zu hoch gegriffen, namens deutscher Gangsterrap ist der gute seit längerem auf dem intellektuellen Rückzug, marginalisiert durch das Wenige, das er noch mitzuteilen hat. Banalisiert durch die Lächerlichkeit der Posen. Also schnell losgezogen und andere deutsche Staatsbürger mit dem Tod bedroht, bevor man im Musikantenstadl oder auf einer Bühne gemeinsam mit Hartmut Engler landet.

Ein in der selben Stadt wie Bushido lebender Sänger hätte bei diesem Thema sicherlich nur die Songzeile „Meine Verachtung, das ist alles für Dich“ im Kopf.

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