Budzillus in München: Tanzt! Weiter! Immer! Weiter!

  IMG_171830.04.13, München, Ampere

Berliner Spielfreude in München – zumindest in der Musik geht das, wie die Band Budzillus im Ampere vor rund 200 Besuchern zeigte. Die Message war klar – Party und das Tanzbein schwingen – nicht nur, weil das Konzert am Vorabend zum 1. Mai stattfand, sondern auch, weil man der Berliner Mischung aus Swing, Polka, Punk, Hot Jazz und Orient nur schwer ohne eine Zuckung im Körper verfolgen kann. „Es geht weiter, immer weiter“ heißt es in einer der bekannteren Nummern des Fünfers, der mit Bass, Gitarre, Schlagzeug, Keyboard und Trompete für die Art von Musik erstaunlich westlich oder sagen wir rockbandmäßig besetzt ist. Dementsprechend angenehm war die Mischung aus den Stilen, wer bei „puren“ Konzerten von Balkan Jazzern oder Gipsy-Bands irgendwann entnervt aufgibt, findet bei Budzillus einfache Refrains zum Mitgrölen („Let’s go to hell – hell – hell“ etc.) und Songkonstrukte, die der unendlichen Improvisierfreude der Gattung engere Grenzen aufsetzt. Ohne natürlich den glänzenden Trompeter Thoma Prestin komplett einzuengen, er darf durchaus mal einen raushauen und glänzen. Sänger Robert Kondorosi gefällt durch Berliner Schnauze und schräg-sympathischen Schmuddelcharme, den muss man einfach mögen.

Ein schöner Abend, was man von der Band halten soll, weiß man indes noch nicht so richtig: Für eine reine Party-Combo sind Budzillus viel zu gut und virtuos, für eine Genreband an einigen Stellen zu simpel und durchschaubar gestrickt. Nichtsdestotrotz ist die Art und Weise, wie die verschiedenen Elemente aus Punk, Pop, Polka, Jazz und Orient bei Budzillus vermengt und präsentiert werden, schon etwas besonderes. Gerade für eine Band aus Deutschland.

Spaß macht es auf alle Fälle großen, da ging es den traditionell eher verhaltenen Münchnern nicht anders als dem Cast der „Polizeiruf 110“-Krimifolge „Die Gurkenkönigin“ – Budzillus hatte im Jahr 2012 die Ehre, in der Folge als Band, die bei einem Sommerfest auftritt, mitzuspielen und sich so einem größeren Publikum bekannt zu machen. Man tanzte, man hottete, man verbrüderte und verschwesterte sich. Was will man mehr bei einer Show erwarten, das passt. Die Band hat sich übrigens 2005 gegründet, bislang zwei EPs und zwei Alben veröffentlicht und so wie sich das in München anhört, ist die Story der Jungs noch lange nicht auserzählt. Wo sie hinführt, ist offen – aber sollte das nicht bei allen jungen, hungrigen Nachwuchsbands so sein?

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