Inas Nacht startet schwach in die neue Staffel (TV-Kritik)

Trotz Stargästen wie Xavier Naidoo und Sven Regener (naja) war die erste Folge der neuen Staffel von „Inas Nacht“ (kam Samstag abend in der ARD) alles andere als der Brüller. Ein Verlegenheits-Sammelsurium an Geschnatter und uninspirierten Gästen, kombiniert mit einer Ina Müller, die auf Autopilot war.

Los ging es mit der Schauspielerin Caroline Peters, über die die Kasse4 nichts sagen kann, weil sie sie nicht kennt (laut Google eine Schauspielerin) und weil sie bei Ina nichts gesagt hat, was merkenswert wäre. Danach ein Teil der Söhne Mannheims, verstärkt mit Henning Wehland von den H-Blockx und ein zugegebenermaßen sehr schöner Song: „Für Dich“ vom aktuellen Album der Söhne. Ina trällerte mit, Xavier und seine Kollegen ließen ihr nur den der Höflichkeit geschuldeten Platz im Lied.

Im weiteren banale Fragen an einen Xavier Naidoo, der in einer Mischung aus Angriffslustigkeit und purer Belustigung das Spektakel über sich ergehen ließ, ganz Profi, der auch um die Promowirkung einer solchen Show weiß. Henning Wehlands Einwürfe: unwichtig. Danach wurden auf die Schnelle Thees Uhlmann (Tomte, muss man nicht kennen) und Sven Regener (Ex-Genie bei Element of Crime, jetzt sozusagen der Dieter Gorny der deutschen Popmusik) in die Sendung gepresst. Die laut Ina Müller „nichts miteinander zu tun haben“, aber die sie ja „soo mag“ und von deren Büchern und Musik sie so „geflasht“ war (Standardsatz bei jedem Künstler, der in die Sendung kommt). Aha.

Und schließlich wurde es richtig schlimm: Sven Regener las aus seinem aktuellen Resteverwertungsprojekt „Meine Jahre mit Hamburg Heiner“, einer Sammlung von Blogbeiträgen. Das interessiert unter Umständen per se schonmal kein Schwein, aber natürlich las Regener dann auch noch ausgerechnet den Beitrag, den er anlässlich eines anderen Auftritts bei Inas Nacht verfasst hatte. Selbstbeweihräucherung galore, Regener grient unter der grotesken Brille vor sich hin und nuschelt außerhalb des Vorlesens schwer verständliches, Ina lächelt selig. Und irgendwie denken alle an Thomas Gottschalk, bei dem jeder Gast erstmal erzählen muss, wie toll es beim letzten Mal bei ihm war. Und reiben sich die Augen, denn Ina Müller als elder stateswoman der Fernsehunterhaltung, das ist etwas, was sich weder ihre Fans noch ihre Feinde vorstellen wollen und können.

Auch für Inas Nacht gilt wie für andere Sendungen oder Projekte, dass, wenn man sich mal selbst zitiert, die beste Zeit eigentlich vorbei ist. Die Show lebt und lebte von überraschenden Momenten und nicht vom Abspulen von Gästen in einer lustigen Location. Zugegeben: So tolle Momente wie damals, als Tony Marshall und Sasha beinahe aufeinander losgegangen wären, sind nicht planbar. Aber dass die Gäste untereinander auch agieren, machte den Charme der Show aus und funktionierte auch in den allermeisten Fällen. Gestern dagegen . Peters sprach nicht mit Naidoo (was auch), Naidoo nicht mit Regener, Regener nicht mit Uhlmann. Ina wirkte dagegen fahrig und bemüht, das Interesse an den Gästen wirklich glaubhaft rüberzubringen. Eine Aneinanderreihung von Namen, traurig, das alles. Hoffentlich wird die Staffel noch besser. ms

Siehe auch: https://kasse4.wordpress.com/2011/08/05/ina-muller-fur-goldene-henne-nominiert/

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