Zum Tode von Heinz Wölfl, Landrat des Landkreises Regen

Unverhofft kommt oft und das Schicksal kann grausam sein: Heinz Wölfl, bis gestern Nacht Landrat des Landkreises Regen, ist bei einem Verkehrsunfall verstorben.

Die Kasse4 hatte in jungen Jahren, zwischen 1996 und 1998, beruflich bedingt oft und viel mit Heinz Wölfl zu tun und einen guten Eindruck von ihm gewonnen. Wölfl entsprach eigentlich so gar nicht dem Klischee eines CSU-Landrats: Zurückhaltend, intelligent und kommunikativ wirkte er nicht nur, sondern war es, stets heimatverbunden, aber den Blick nicht auf die Tradition gerichtet, sondern auf die Zukunft. Einer, der zuhören konnte, was damals schon ein riesen Kompliment war und heute noch ist.

Die Zukunft war und ist im Bayerischen Wald wahrlich alles andere als ein Selbstläufer. Begriffe wie strukturschwache Gegend können am Beispiel des Bayerischen Walds erklärt werden. In einer Gegend, wo man eher Typen wie Helmut Brunner erwartet und auch vorfindet (oder einen Markus Söder, der schon damals 1996 nervte, und damals sogar in noch weit unwichtigerer Funktion unterwegs war), war Heinz Wölfl schon damals das, was man heute unter einem modernen Politiker versteht.

Ein Waidler, pragmatisch und unprätentiös. Aber eben kein „Urviech“, für das die Lederhose bekannt und das Laptop die Wurzel des Bösen ist. Die Waidler, sprich die Stimmberechtigten, dankten es dem Landrat mit lang anhaltender Gunst und in seinem Fall hat der Aspekt, dass er Mitglied der sogenannten richtigen Partei war, keine Rolle gespielt. Es ging um den Menschen.

Unerwartet und im Alter von 58 Jahren hat Sie der Wald aus dem Leben gerissen, irgendwo zwischen Bodenmais und dem Arber, Sie waren allein, als es passiert ist. Mutterseelenallein. Herr Wölfl – ruhen Sie in Frieden. Und lachen über diejenigen, die jetzt darüber spekulieren, ob Sie am Steuer eingeschlafen sind, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, betrunken waren oder sich töten wollten. Als wenn das eine Rolle spielen würde.

UPDATE, 19.08.: Dass selbst eine hochangesehene und an sich hochwertige Zeitung wie die SZ mit der Headline Staatanwaltschaft prueft Moeglichkeit eines Suizids arbeitet, zeigt, worauf es heutzutage offensichtlich ankommt. Ein prominenter Verkehrstoter, das muss ja auf Selbstmord hindeuten … Oder? Die SZ schreibt, dass der Landrat kurz vor seinem Tod eine SMS an eines seiner Kinder verschickt haben soll. Hui! Eine SMS! Und dann war er tot. Da muss es doch einen Zusammenhang geben … oder? Scham ist ein rares Gut geworden heutzutage. http://www.sueddeutsche.de/bayern/unfalltod-von-regener-landrat-staatsanwaltschaft-prueft-moeglichkeit-eines-suizids-1.1132580

Update 23.08.: Heinz Wölfl kommt nicht zur Ruhe

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