Daniel Gardenier macht uns „schwindlig“ (CD-Kritik)

Neulich im Auto, im Kofferraum die Kasse4: „Ich hör Dich, ich seh Dich und Du lässt mich nicht mehr los. Mir wird schwindlig“ tönt es aus dem Radio. Wer zum Teufel ist das denn? Oder besser gesagt: Wie geil ist das denn? Ladies and gentleman, die Kasse4 präsentiert: Daniel Gardenier.Soweit sich Kassen überhaupt freuen können, tun wir das, denn Gardenier ist noch eine Entdeckung, niemand, den man kennen müsste und dessen Qualität man nur selber verpennt haben könnte. Zwar hat der gute mindestens sechs Rock- und Poppreise gewonnen, aber wie das halt mit Poppreisen so ist: Nett auf dem eigenen Kamin, aber vollkommen irrelevant für jede Karriere.

Daniel Gardenier ist ein guter Sänger und er hat definitiv ein Händchen für erstklassigen Radiopop, der sauber komponiert ist und noch sauberer und professioneller produziert wurde. Gardenier klingt nicht nach Proberaum und nach seiner Heimatstadt Essen, er klingt groß. Seine Bandkollegen sehen ebenfalls eher nach Bühne aus als nach Wursttheke vom Vorstadt-Supermarkt. Beides gibt es nicht allzu oft hierzulande: Nachwuchs, der groß klingt und gut aussieht. Hinzu kommt, dass die erste EP von Gardenier, die wir hier vorstellen einen veritablen Hit bereithält: „Schwindlig“ ist catchy, straight und ein wunderbarer Singalong mit extrem starkem Refrain, perfekt produziert und wie geschaffen für die Popwellen der deutschen Radiolandschaft.

Gardenier – EP „Kämpfer“ von Gardenier (VÖ: 20.08.2010) in der Einzelkritik an der Kasse4

„Kämpfer“: Das bei Neil Young entnommene Gitarren-Gerumpel zu Beginn des Songs weckt zwar falsche Hoffnungen, doch das ist nicht weiter schlimm: „Kämpfer“ ist ein kräftiger Song, sozusagen ein Lied im Holzfällerhemd, eingängig geschrieben, mit einem prima Refrain und sehr, sehr souverän produziert. Sicherer Radio-Stoff, kann im Idealfall sogar zum Hit werden.

„Schwindlig“: Und hier ist der sichere Hit der EP, die „Kämpfer“ heißt und uns dennoch „Schwindlig“ macht. Der Song, der das Laufband an der Kasse4 zum Hüpfen bringt. Daniel Gardenier singt diese Hymne an eine hoffentlich schöne Frau mit einer Inbrunst und Qualität, die an die größten Namen in der Szene der deutschsprachigen Popsänger erinnert. Man denkt sich: Wer zum Teufel ist das? Den muss ich kennen, so gut wie dieser Song ist! Doch es ist weder Herbert noch Peter noch Marius noch Philipp, sondern „nur“ Daniel. Der Refrain ist so einprägsam, dass man auch beim ersten Hören spätestens am Ende des Songs mitsingen kann und auch will. Der Rest ist exzellentes Handwerk: Bridge nach 2.20 Minuten, Gitarren-Solo bei 2.40, das die Melodie des Refrains aufnimmt und den Weg freimacht zum glücklichen Finale ab 2.48 Uhr. Nach 3.35 ist Schluss, das Grinsen im Gesicht des Hörers hält noch länger. Strophe – zweimal Refrain – 2. Strophe – zweimal Refrain – Bridge – Solo – dreimal Refrain: So einfach ist das, wenn man Gardenier heißt. Überragend!

„Rastlos“: Der Grad zwischen Pathos und Peinlichkeit ist bekanntlich schmal, bei „Rastlos“ neigt sich das Pendel eher in Richtung der Peinlichkeit. Altbacken und überladen mit Gefühl kommt das Lied daher, die Streicher tun ihr übriges dazu. Allenthalben eine schlechte Grönemeyer-Nummer. Aber wollen wir diese von einem jungen Talent hören?

„So viel Zeit“: Schön gesungen und abwechslungsreich komponiert, hier trägt Gardeniers Stimme den Song auf Händen, macht den Hörer neugierig auf jede Textzeile. „So viel Zeit“ ist makellos produziert, klingt wie aus einem Guss und ist erneut ein sicherer Kandidat für’s Formatradio.

„Mein Zuhause“: Die letzte Nummer der EP gibt uns einen Eindruck davon, was passiert, wenn Daniel Gardenier aufgekratzt ist und seine Band mal Lust auf Lärm hat: Etwas weniger stromlinienförmiger Rock, etwas mehr Indie. Guter Abschluss, wenngleich der Refrain am Ende arg überstrapaziert wird.

Das Goodie am Ende: „Rastlos“ in einer unplugged Version. Der schwächste Song der EP gewinnt aber auch in dieser reduzierten Version allerhöchstens einen kleinen Blumentopf. ms

 

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6 Antworten zu Daniel Gardenier macht uns „schwindlig“ (CD-Kritik)

  1. Daniel schreibt:

    Sie war und ist wunderschön.
    Mir wird immer wieder schwindlig.

    Daniel

  2. Rangi schreibt:

    Natürlich bin ich schon einige Zeit ein Fan dieser frischen (seit Januar 2010)
    Band.
    Ihr besonders Potenzial aber spielen sie aber Live aus.

    Sehens- und hörenswert ist das neue Musik-Video
    Schaut mal rein

    http://www.daniel-gardenier.de/

  3. Chrys schreibt:

    Kann dem Rangi nur zustimmen, die EP ist klasse, einfach nur spitze, aber wer das Glück hat, die Band live zu erleben, der wird von ihrer Performance verzaubert ! Ganz getreu dem Song Refrain von Schwindlig: „Ich hör Dich, ich seh Dich und Du lässt mich nicht mehr los. “ Seitdem ersten Gig den ich von der Band Gardenier miterlebt habe, versuche ich so oft es geht wieder ein Konzert von den leidenschaftlichen Musikern zu unterstützen, da sie mich live begeistern. Für mich ist Gardenier die Beste Band Der Welt !

  4. Manuela schreibt:

    Also, ich glaub da liegst Du ganz richtig…
    Schau mal:

  5. www.kasse4.de schreibt:

    Hit bleibt Hit, schöne Impressionen! 🙂

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