Kerstin Freking kommt endlich wieder aus der Versenkung

Kerstin Freking & Freaks. Upps, & Band.

Es gibt Nachrichten für alle Fans von Kerstin Freking (Sie wissen schon, die Blonde mit der Riesenstimme aus „Unser Star für Oslo“, die unverständlicherweise und völlig unverdient nicht gewann). Ob diese gut sind, mag jeder selbst entscheiden. Jedenfalls ist sie zurück aus der Versenkung …… und zurück auf den Dorfbühnenbrettern. Denn Freking hat nach monatelanger Vorbereitung offenkundig eine Band zusammen, das Ganze nennt sich folgerichtig Kerstin Freking & Band. Auf Myspace ist ein entsprechendes Profil zu finden, das ein Foto, Konzerttermine und zwei eigene Songs enthält.

Das Foto sieht leider so aus, wie wenn sich junge Christen nach der Bandprobe in der heimischen Pfarrkirche spontan entschließen, einen auf Kelly-Family zu machen und dann am Photoshop eine ach so tolle Idee zusammentackern – professionell oder aussagekräftig ist was anderes, sorry.

Die Auftrittstermine sind auf die Heimatstadt der Sängerin, Osnabrück, beschränkt – aber was nicht ist, kann ja noch werden. In Norderstedt/Hamburg waren Freking & Band jedenfalls auch bereits live zu sehen (Bericht Abendblatt) und von der Show am 22. August in Osnabrück gibt es Bilder. Auch hier muss man ehrlicherweise sagen: Mit dem Kleid auf die Bühne zu gehen, zeugt von einem gesunden Selbstbewußtsein oder einer großen Portion Gleichgültigkeit gegenüber allem anderen. Wir nehmen als Fans der ersten Stunde mal zweiteres an, denn rein optisch beurteilt, war das eher Jennifer Braun als purer Glamour und akustischer Sex. Da war jedes Outfit aus „Unser Star Für Oslo“ zehnmal besser. Und ja, das zählt auch, wenn man musikalisch im Mainstream ist.

Und zu guter Letzt zu den Songs: Auf Myspace stehen aktuell die Songs „Kopf oder Zahl“ und „Not My Time“. Was das Songwriting angeht, sind beide dritte Liga, allerhöchstens. „Kopf oder Zahl“ ist, was die Aufnahme angeht, zudem allerhöchstens auf Demoniveau. Freking wird bei dem Song allein von einer akustischen Gitarre begleitet. Was dafür sorgt, dass ihre ohnehin strahlende Stimme mehr oder weniger ganz auf sich gestellt ist, zuviel des guten, könnte man auch dazu sagen. Oder auch: Zuviel an Intensität in dieser Stimmlage kann einem auch auf die Eier gehen. „Not My Time“ liegt Freking stimmlich besser und rein gefühlt ist die englische Sprache auch die bessere für sie, denn so wie sie singt, muss das unweigerlich in Pomp, Pathos, Gitarren, Keyboardflächen, großen Gesten, von uns aus auch Streichern oder gleich einem ganzen Orchester eingebunden werden. Aber nicht neben einer vor sich hinzupfenden akustischen Gitarre  ver-lagerfeuert werden.

Wer Freking hört, denkt an die großen Sängerinnen aus Amerika, an Celine „The Lion“ Dion beispielsweise. Oder an Ihre Sternstunde bei „Unser Star für Oslo“ mit „Not Ready To Make Nice“ von den Dixie Chicks. Für ihre Version von Evanescences „My Immortal“ gilt übrigens das gleiche. Also bitte, liebe Kerstin: Such Dir einen Produzenten, der in großen Dimensionen denkt, an Las Vegas, an Stadien im Sommerabend, an leinwandgroße Gefühle, an „Titanic“ und Kate Winslet im Abendsonnenschein. Und nicht an Kirchentag und Gutmenschenpop. Die Kasse4 bleibt Dir gewogen, das auf alle Fälle. Aber, bitte … ms

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8 Antworten zu Kerstin Freking kommt endlich wieder aus der Versenkung

  1. Olaf schreibt:

    also zuerst einmal erfeulich, dass sich jemand aus der kunst und musikszene mit kerstin beschäftigt. ich finde einige kritikpunkte etwas überzogen. ich fand ihre aufmachung in OS gar nicht so schlecht. im vergleich zum kasselauftritt mit dursti und dem maikonzert in OS auf jeden fall ein fortschritt. insgesamt ist kerstin aber eher alternativ aufgehaucht und macht nicht auf sexy blondine, was ihr eventuell kommerziell mehr bringen würde. wenn man wert auf die musik legt, sollte das als pluspunkt gesehen werden.

    die onlinestücke sind tatsächlich etwas mau im sound, im vergleich zu dem, was live rüberkommt. dass die deutschen texte etwas holprig sind, denke ich auch. englisch scheint ihr besser zu liegen. ich würde aber auch den englischen song dann höher bewerten, dass ist vom grundgerüst kein schlechtes lied. sie hat sicher deutlich bessere (wake up), aber sie probiert sich noch aus und ich finde das alles sehr kreativ und v.a. musikalisch sehr ernsthaft. der gegensatz zur heissen luft von lena und dem kreativlosen covern von jenny.
    du hast aber auf jeden fall recht, dass sie dringend einen erfahrenen produzenten braucht, der sie an die hand nimmt. dann werden auch mittelmässige demos vielleicht zu perlen.
    mein highlight bei USFO war übrigens „thank you“. als dixie chicks fan kann ich nun mal nicht mit einem cover anfangen, auf dem kein harmoniegesang ist 😉

  2. martin schreibt:

    Hi Olaf,

    danke für das ausführliche Feedback – wenn Kerstin alternativ angehaucht ist, dann haben die beiden Songs bei Myspace aber wiederrum nichts mit Ihr zu tun 🙂 Was Jenny und Lena angeht, bin ich 100 Prozent bei Dir … Grüße von der Kasse4!

  3. Olaf schreibt:

    was immer alternativ bedeutet 😉
    einigen wir uns darauf, dass sie sich im moment noch ausprobiert.
    mal schauen, wird schon was gutes dabei rauskommen…..

    • www.kasse4.de schreibt:

      an der kasse4 gibt es keine einigung – die songs sind bislang durchschnitt und egal, wie frau freking angehaucht ist, es zählt, was zu hören sein wird. dass ihr das kassenpersonal eine steile karriere wünscht und zutraut, ist die andere sache. Go for it! 🙂

  4. Thomas schreibt:

    Ich finde es grundsätzlich auch erstmal erfreulich, dass sich mal jemand mit Kerstin und ihrer Musik beschäftigt. Ich war mit Olaf z.B. auch beim Konzert am 21.8. in OS und kann das mit Kerstins leicht alternativen Stil bestätigen. Sowas finde ich bei einer Kunststudentin auch nicht überraschend. Sie wird wohl kaum mal wie Kylie Minogue auf die Bühne gehen 😉

    Was ihre Musik angeht gefällt mir „Not my Time“ von der MySpace-Seite eigentlich schon ganz gut. Bei „Kopf oder Zahl“ ist zumindest der Text interessant. Wichtig ist aber, dass ich meine, dass sie noch bessere Songs hat (Z.B. „Wake up“, „Weak and mad“, „Vorwärts, rückwärts“), die leider noch nicht auf der Seite hochgeladen wurden. Geschieht aber vielleicht bald, denn uns wurde an dem Abend gesagt, dass da noch weitere Lieder hochgeladen werden sollen. Dann wird’s vielleicht was mit der „steilen Karriere“ 😉

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