„Camouflage“ (Stan Ridgway)

Was wäre eine Hall of Fame ohne Hall of Shame? Als erstes hält ein Songtext Einzug, der eine selten dämliche Geschichte über einen amerikanischen Soldaten im Vietnamkrieg erzählt. Der Refrain ist uns allen im Ohr: „Oh -oh – oh – oh – Camouflage!“. Der Interpret: Stan Ridgway.

I was a PFC (Anmerkung der Kasse4: Ein niederer Dienstgrad in der amerikanischen Armee) on a searchpatrol, hunting Charlie down.
It was in the jungle wars of ’65.
My weapon jammed and I got stuck way out and all alone
and I could hear the enemy moving in close outside.
Just then I heard a twig snap, and I grabbed my empty gun
and I dug in scared while I counted down my fate.
And then a big marine, a giant with a pair of friendly eyes
appeared there at my shoulder and said: „Wait“
When he came in close beside me, he said: „Don’t worry son, I’m here..
if Charlie wants to tangle, now he’ll have two to dodge.
I said: „Well, thanks a lot“. I told him my name and asked him his.
And he said „The boys just call me Camouflage“

Wie die Geschichte weitergeht, könnt ihr hier weiterlesen, in Kürze: Der mysteriöse Soldat rettet den Sänger, in dem er die Kugeln des Feindes mit den Händen auffängt und diese auch durch seinen Körper durchgehen. Der Sänger kehrt am nächsten Morgen ins Camp zurück und fragt nach dem Soldaten namens Camouflage. Großes Erstaunen – Camouflage lag in der gleichen Nacht schwerverletzt auf der Krankenstation, äußerte den Wunsch, nochmal einem jungen Soldaten das Leben retten zu dürfen zu dürfen, und verstarb dann. Oh, oh, oh, coole Sache das, gelle? Jedenfalls: Ein sehr würdiger Kandidat für die Hall Of Shame. Stan Ridgway hatte übrigens mit „Camouflage“ zwar in den Achtzigern einen veritablen Hit, in Deutschland lag der Peak bei Platz acht, das war es dann aber auch für ihn. Kein Camouflage, der ihn retten hätte können, weit und breit. Oh, oh …  m.

Eine deutsche Übersetzung dieses Schwachsinn-Songs gibt es übrigens hier, thanks SWR!

P.S. „Camouflage“ erschien 1983, der Film „Rambo“ 1982 :).

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14 Antworten zu „Camouflage“ (Stan Ridgway)

  1. Herr Teddy schreibt:

    Ich pumpe ja regelmäßig per Shuffle meinen MP3-Player voll und kurioserweise ist diese Woche … jawohl, kein Quatsch … Camouflage von Stan (nicht Alan!) Ridgway dabei. Den Song mochte ich in den 80ern als Teenie ganz gerne, heutzutage als mißtrauischer Mitt30er wurde ich sofort hellhörig als ich den Text hörte. Was für ein Sch… aber damals in Zeiten von Rambo und Stirb langsam kam das ziemlich gut an.

    • www.kasse4.de schreibt:

      Hi, danke für den Hinweis, ist korrigiert. Ich hab den Song als Teenie ebenfalls cool gefunden, hat ja so was heroisches und aufwühlendes (heute nützt das nix mehr bei mir :)). Umso mehr hat mich der Text frappiert, den ich gestern zum ersten Mal bewußt gehört habe. Rambo-Quatsch, you’re absolutely right.

  2. Thomas schreibt:

    Ihr liegt da etwas daneben, wenn ihr die Texte von Ridgway als „Rambo Quatsch“ abtut…

    Sorry, aber Stan Ridgway ist erste Adresse wenns drum geht, politische Fragwürdigkeiten im Song darzustellen.
    Vielleicht solltet ihr euch mal mit anderen Songs von Ridgway befassen…

  3. Herr Teddy schreibt:

    Hallo Thomas!
    Ridgway ist/war ein sehr guter Musiker, das hat man schon bei Wall of Voodoo gesehen. Keine Frage.
    Trotzdem. Wenn man nur den Text von Camouflage beachtet, dann wirst du doch nicht abstreiten können, das er sehr patriotisch, militärverherrlichend etc ist, oder wo ist da bitte Ironie oder sonstiges versteckt?

    • www.kasse4.de schreibt:

      Ich schließe mich dem Herrn Teddy an – Camouflage bringt keine politische Fragwürdigkeit ans Licht, sondern erzählt eine politisch fragwürdige Geschichte im Landser-Stil. Vielleicht habe ich aber auch was übersehen 🙂

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  6. Sebastian schreibt:

    Anstatt das als Unsinn abzutun schonmal darüber nachgedacht, dass Camo schlicht der Überlebenswille des lyrischen Ichs sein könnte?

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