Mehrzad Marashi gewinnt bei „Deutschland sucht den Superstar“

Die Kasse4 geht fremd – und schaut doch tatsächlich „Deutschland sucht den Superstar“. Zum ersten Mal in dieser Staffel und das war offenkundig auch gut so. Stichwort: Gehirnschmelze!

Tja, was soll die Kasse4 sagen – außer einem „Sorry“ für jeden abfälligen Kassen-Kommentar über die Qualität der „Unser Star für Oslo“-Sendungen, von wegen schlechte Inszenierung, doofe Moderatoren, lange Werbepausen und so. Es geht deutlich greller, prolliger, oberflächlicher, plakativer, peinlicher, ranschmeisserischer. Deutlich gehirnschmelziger. Gegen „DSDS“ war „Unser Star für Oslo“ sozusagen das Literarische Quartett. Erträglich ist diese Sendung eigentlich nur während der Songs.

Doch jetzt zu den Kandidaten. Und hier schlägt die letzte Stunde des Literarischen Quartetts, denn „DSDS“ hat ja von Beginn der Staffel an ja auch auf die Performance der Kandidaten geschaut – und nicht nur auf die Stimme oder die Songauswahl. Sowohl Menowin als auch Mehrzad performen und singen mehr oder weniger großartig. Kassen-Freund Stephan K. hatte also recht, als er die Kasse4 bereits vor Wochen darauf hingewiesen hatte, dass Festzelt-Jennifer, Erstsemesterdarling-Lena oder Elfenwunder-Kerstin bei „DSDS“ mit Arschtritt aus der Tür geflogen wären. Chapeau, Stephan!

Während sich bei „Unser Star für Oslo“ also ein Geschmack herausgebildet hat, der arg auf Aussehen („ssssüüüüß, dieser Dursti/diese Lena“ hören wir 1000 ErstsemesterInnen kreischen …) und auf Songauswahl (cool muss es sein, idealerweise aus England kommen, elitär sein oder irgendwas mit Frauenpower zu tun haben, nur in Korea zuvor veröffentlicht worden sein und allerhöchstens auf Platz 723 der Charts gewesen sein) getrimmt war und gegen den allein Festzelt-Jennifer arbeitete, stehen im DSDS-Finale zwei Rampensäue gegeneinander. Vielleicht war das übrigens auch der Grund, warum Jennifer soweit kam bei „Unser Star für Oslo“, vielleicht war sie die Kandidatin des „Fernsehvolkes“, das Gegengewicht zu den „Campus Invasion“-Klonen Lena, Kerstin und Dursti. Und vielleicht waren deswegen die „Unser Star für Oslo“-Quoten auch immer schlechter als die von „DSDS“.

Also jetzt endgültig zu den Kandidaten des „DSDS“-Finales. Sowohl Menowin als auch Mehrzad singen, tanzen und performen und erfüllen das, was man gemeinhin von einem Superstar erwartet. Und nicht nur einen Ausschnitt oder eine Komponente des Star-Seins. Das machte das Finale immerhin in einem Punkt sehenswert, nicht zuletzt auch dank der opulent inszenierten Bühnenshows mit Lasern und Pyro und Licht und Toll und allem, was man halt so tun kann, damit es knallt und gut aussieht.

Egal, wie die Entscheidung ausfallen wird, die Kasse4 sah nur einen würdigen Sieger am Samstag abend: Menowin. Bei ihm war nicht nur der Hauch von Wahnsinn und Selbstüberschätzung zu spüren, den jeder große Performer braucht, sondern auch eine große Musikalität. Ganz egal, ob er versteht, was er tut und singt oder nicht, er lebt es auf jeden Fall und mit allem, was er hat. Man schaue sich nur seine Version von „Billy Jean“ an. Jackson covern? Man muss Menowin sein, um sich sowas zu trauen. Und immer alles geben. Entweder gnadenlos auf die Zwölf oder so emotional, dass auch der unmusikalischste Mensch Pipi in den Augen hatte. Mehrzad? Sorry, dazu fällt der Kasse4 nicht wirklich was ein, keine Story, keine USPs. Außer der Frage, wer um alles in der Welt den Typen soweit gewählt hatte. m.

UPDATE: Mehrzad gewann.

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6 Antworten zu Mehrzad Marashi gewinnt bei „Deutschland sucht den Superstar“

  1. Palmenstrand schreibt:

    Zugegeben, Menowin mag der bessere Sänger sein und wenn es für einen „Superstar“ (ich finde dieses Wort im Zusammenhang mit Bohlenlieder trällernden Nobodies ansich ja eher unpassend) nötig ist, sowohl eine Knastvergangenheit als auch eine Familie mit einer solchen vorzuweisen – immer natürlich gepaart mit weiteren Schwierigkeiten und Tränendrüsenfaktoren – dann bringt Menowin mit Sicherheit alles mit um Superstar zu sein oder zu werden.
    Nichts desto Trotz; die Sendung und ihre organisatorischen Protagonisten haben am Samstag unfairer Weise alle Register gezogen, um das Publikum in Richtung Menowin zu beeinflussen und alleine deshalb hat Mehrzad in meinen Augen den Sieg verdient!!

  2. Stephan K. schreibt:

    Hallo Palmenstrand (Mallorca, Ballermann…? sorry…),
    Ich habe an keiner dieser unsäglichen Diskussionen im www teilgenommen, weder im DSDS-Forum noch bei Welt, Bild, Shortnews & Co. – aber bei m. mache ich eine Ausnahme. Ich muss einfach darauf bestehen, nur die musikalischen sowie die Entertainer-Qualitäten zu bewerten – und nichts anderes. Menowin hat die Bild nicht vor seinen Karren gespannt, das haben die GeBILDeten selbst übernommen. Es ist die Bild, die den Nichtreinwestlern keine Chance lässt. Das Pushen der Jury war nach der vortägigen (-wöchentlichen, -monatlichen) Kampagne gegen den „Knasti mit den Prollzacken im Haar“ nur recht und billig. Ein schmalziger Heiratsantrag wie der von Mehrzad ist nicht minder unfair. Volker Neumüller hat in diesem Emotionstaumel einen wahren Kommentar abgegeben, den Mehrzad nicht verstanden hat, und der leider untergangen ist. Er sagte: „Sei vorsichtig. 3p haben mit ihrem letzten Künstler bewiesen, dass die Welt alles braucht, nur eins nicht: einen weiteren Xaver.“ – Alle Medien und Fachleute – und ja sogar du, P. – sind sich einig, dass Menowin der weitaus bessere Künstler ist. Ich denke, nur das sollte zählen.

    Vergangenheit? Wie war das mit dem unmusikalischen Background der USFO-Künstler? Nur ein Beispiel: Leon Taylor ist der Sohn von Ken Taylor, Bassmann von Peter Maffay, und hat bereits bei Jacko (!) im Background auf Tour gesungen (und ist nicht in erster Linie Tankwart). Alle USFO-Teilnehmer haben HPs und Manager, fast alle haben eine Band. Will sagen: Die Vergangenheit ist in erster Linie eins: die Vergangenheit. Und die sollte in keinem der beiden Wettbewerbe zum Gesamtpaket gezählt werden. Ich denke, du möchtest nicht wissen, wie viele Leichen die niedliche Lena, ein Mädel (scheinbar) ohne Eltern, im Keller hat…

    Und noch eins: Von der Jury bei DSDS (abzüglich der jeweils weiblichen Fach-Pfeife) bis hin zu den Medien(vertretern) sind fast alle der Meinung, dass die beiden Ms (oder noch besser plus Manuel als 3 Ms) die größten Chancen als Duo à la Modern Talking hätten. Dann wäre Mehrzad die Nora und Menowin der Dieter. Alleine werden sie es beide sehr schwer haben, und mit Volker Neumüller als Manager noch schwerer, da dieser eigentlich keine Zeit für sie hat. Das erste Eigentor haben beide bereits geschossen: Keine eigene HP und mehr als dürftige MySpace-Seiten, von den anderen Communities im Web 2.0 ganz zu schweigen. Noch gravierender: Wenn du sie jetzt buchen willst (unabhängig von bestehenden DSDS-Verträgen, die von RTL und nicht von Bohlen kommen), kannst du keinen Kontakt aufnehmen – ein absolutes NoGo auf dem Weg nach oben. Zum Vergleich: Rosenstolz, Silbermond, Scooter, die Scorpions usw. erreichst du relativ schnell und z.T. sogar persönlich. Und man mag es kaum glauben: Auch Bands wie Toto oder die Messiasse der Popmusik, Midge Ure und Bob Geldof, antworten persönlich binnen weniger Tage. Das ist professionell.

    Übrigens sollte man eigentlich niemandem antworten, der sich in einem seriösen Real Name Blog hinter einem Nick versteckt 😉

    Nichts für ungut,

    Stephan K.

  3. Natalie Ehnes schreibt:

    Also ich denke mal, bei Mehrzad war das Siegerlied einfach glaubwürdiger, weil er erst letzte Woche in der Live-Sendung der Mutter seines Sohnes einen Heiratsantrag gemacht hat.

    Außerdem finde ich ihn einfach menschlicher und sympathischer.

    Zum Stichwort „Jackson covern“ fällt mir auch „Wadenbeißer“ Menderes Bagci ein, der in jeder DSDS-Staffel zum Casting antritt…

    Liebe Grüße

    Natalie

  4. www.kasse4.de schreibt:

    klingt nach einem fairen wettbewerb, was da ablief, heiratsantrag und so 🙂 Meine Güte 🙂

  5. Stephan K. schreibt:

    Hallo Nathalie,

    Zum Thema „glaubwürdig“ sage ich mal nichts…

    Menschlich und sympathisch? Aha. Hier mal ein paar Superstars, die weder menschlich noch sympathisch sind, aber grandiose Musik machen: Elton John, George Michael, Mick Hucknall, Nena. Allesamt privat bzw. im Gespräch unerträglich, aber allesamt musikalisch genial. Wen interessiert bitteschön beim Musikhören der Mensch hinter den Songs? Man hört großartige Kunst und zollt dafür Respekt – nicht mehr und nicht weniger. Ich habe beim Hören von Chuck Berry nie darüber nachgedacht, ob er wohl ein Gutmensch ist und ich ihn mag.

    Zum Vergleich Menderes – Menowin: Wer Menowin das Talent und diese geniale Cover-Performance abspricht, kann musikalisch – nicht böse sein – nicht objektiv urteilen. Ich persönlich mag Stefan Raab in Sachen Menschlichkeit und Sympathie nicht sonderlich, aber was er macht, macht er ausgesprochen gut und erfolgreich. Man sollte schon differenzieren können.

    Und Menderes verdient mit seinen schrägen Auftritten mehr Geld als die meisten der verblichenen DSDSler, ähnlich wie BB-Jürgen, der laut eigener Angabe bereits Millionär ist. Auch diese beiden haben ihre Chance genutzt.

    Nun ja, ich denke, es könnte so endlos weiter gehen, gell 😉

    Stephan

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