Lena Meyer-Landruts Videopremiere: Die Stümperei geht weiter

Arme Lena, die Stümperei geht weiter – so simpel könnte man die Premiere des Videos zu „Satellite“ zusammenfassen. An der Künstlerin liegt es jedenfalls nicht. Die Kritik an der Kasse4 … Zunächst sollte man vielleicht die Grundzutaten beschreiben, die das Video zu vermengen hatte: Auf der einen Seite eine bildhübsche, kecke (Gruß an Stefan Niggemeier!) wie süße 18-Jährige, die vor Energie strotzt. Auf der anderen ein Song, der ohne richtigen Refrain vor sich hin dudelt. Die Kameramänner taten also gut daran, draufzuhalten auf Lena, die dementsprechend von unten, von oben und von vorne gefilmt wird und keine Sekunde das Bild verließ. Der Bildschnitt sorgte dafür, dass Meyer-Landruts sagen wir mal gelegentlich unorthodoxen Bewegungsabläufe nun perfekt zur Musik passen. Gut.

Aber dachte sich der Regisseur denn wirklich, dass das schon reicht? Der Rest ist leider nämlich schnell erzählt: Lena Meyer-Landrut zappelte abwechselnd vor blauen Scheinwerfer-Strahlen oder tiefblauen, irgendwie der Matrix’schen Ästhetik entnommenen Geblinke. Wie das zusammengeht? Gar nicht. Warum das so ist? Hier ist die normalerweise sehr erfinderische Kasse4 überfragt. Weil es schnell gehen musste? Arme Lena, fällt mir da wieder ein. So weit gekommen, so viel erreicht, so viele Herzen berührt und Münder zum Lachen gebracht – und jetzt das. Es musste ja nicht gerade ein Movie mit Lena in der Rolle eines Bondgirls sein, aber so wenig Idee wie bei „Satellite“, das muss man sich erst mal trauen. Gäbe es nicht andere Beispiele, könnte man das Ganze ja als Beleg für das Ende des Genres Musikvideo werten. Oder ist es vielmehr so, dass Lena primär nur Lena sein kann und keinen Kontext zur Visualisierung mitliefern kann, dass es nicht möglich ist, ihre Person in andere Themen und Stimmungen zu projezieren? Auch so ließe sich ein visuell reduziertes Video erklären.

Ein Wort übrigens noch zur Art und Weise der Präsentation des Videos im Vorabendprogramm: Die ARD stellte zwar mit der Sendezeit kurz vor den 20-Uhr-Nachrichten einen effektvollen Sendeplatz zur Verfügung, aber kann man sich vorstellen, dass das Video – ohne ein Wort der Ansage oder Einleitung – zwischen eine Baufinanzierungs- und eine Medikamentenwerbung geschaltet wurde? Via Untertitel erfuhr der vielleicht verwirrte Zuschauer („Wofür machtn das Kind Werbung? Kenn ich nicht, Erna!“), was er da eigentlich zu sehen bekam. That’s gebührenfinanziertes Fernsehen. Schämt Euch. m.

UPDATE: Die „Welt“ sieht das ganze etwas freundlicher: „Im Clip selbst zeigt Lena das, was ihre Fans schon kennen: verträumter Blick, sympathische Bewegungen, eingängige Melodie. Teuer war die Produktion sicherlich nicht. Man beschränkte sich ganz und gar auf die Wirkung der deutschen Oslo-Hoffnung. Keine Effekte, null Schnickschnack.“

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4 Antworten zu Lena Meyer-Landruts Videopremiere: Die Stümperei geht weiter

  1. fraeuleinschlauschlau schreibt:

    Du triffst es genau!
    Ich frage mich auch, warum man im Video nicht wenigstens ein bisschen vom Songtext aufgegriffen hat. Aber zwischen Text und Darstellung besteht ja gar kein Zusammenhang. Dann hätte sie auch „Alle meine Entchen“ singen können 😉
    Die TV-Premiere hab ich verpasst – zum Glück, war ja wohl nicht so geglückt…

  2. palmenstrand schreibt:

    Ach Mönsch, Sie H Ä T T E N das Ganze ja auch ein wenig netter formulieren können,…;-)

    • Kasse4 schreibt:

      jaha, aber der umgangston an der kasse ist eben rauh 🙂 Es war kurz vor Ladenschluss, sozusagen, hehe. Alles wird gut, da kann sich das Team von Lena noch so viel Mühe geben, die Kleine wird ein Star 🙂

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