Unser Star für Oslo, die fünfte: Tagessieg für Kerstin Freking

Unser Star für Oslo - let's go!

Leon Taylor ist draußen, aus sechs Kandidaten und Kandidatinnen wurden in der Dienstags-Show von „Unser Star für Oslo“ (erneut auf ProSieben) fünf. Insgesamt ein unspektakulärer Abend, an dem sich Kerstin Freking und Lena Meyer-Landrut ein Duell um den Tagessieg lieferten. Diesmal vorn: Kerstin Freking, die „Elfe“. Die Jury arbeitete indes an ihrer Abschaffung, und das ziemlich fleißig. Wo andere Jurys auch mal’n Spruch riskieren und den Finger in das Wundlein legen, war von Rea Garvey, Stefan Raab und Joy Denalane nur Positives zu hören.

Das gipfelte in Rea Garveys Weigerung, dem Publikum kundzutun, welcher Kandidat in seinen Augen eher nicht weiterkommt. Joy schloß sich dem natürlich an und überraschte fortan mit zweierlei: Erstens, in dem sie Christian Durstewitz mit Prince verglich, zweitens, in dem sie das Publikum aufforderte, für Sharyhan Osman zu voten. Blöd war nur, dass zu dem Zeitpunkt die Leitungen bereits geschlossen waren. Fazit: Schade, denn die Performances hätten einigen Anlass gegeben, auch mal in die Tiefe zu gehen! Apropos in die Tiefe – die TV-Quote legte auch dank des Endes der Berichterstattung über die Olympischen Winterspiele zwar zu und rangierte bei 2,15 Millionen Zuschauer. Also rund 300.000 mehr Zuschauer als vergangenen Dienstag, was dem Sender aber wenig hilft, denn die Quote tritt auf der Stelle:

2,15 Mio
1,87 Mio
2,16 Mio
2,2 Mio …

… sind angesichts der Tatsache, dass es ja langsam „immer spannender“ werden soll, ein Witz und vielleicht ein kleiner Beleg dafür, dass 10 Kandiaten und acht Shows zuviel des Guten sind. m.

Die Kandidaten im Urteil und Ranking der Kasse4

1. Kerstin Freking: Glasklar. Perfekt gesungen und ebenso sportlich bemüht, dem sterilen Gesamteindruck ein wenig Farbe hinzuzufügen. Dies gelang bei „Better“ von Regina Spector auch dank des Outfits und der lockeren Herangehensweise ziemlich gut. Und auch wenn sich die Kasse4 wiederholt: Freking ist im Gesamturteil eine der Topkandidatinnen, wenn nicht die Topkandidatin für Oslo.

2. Lena Meyer-Landrut: War bei Paolo Nutinis Nummer erstmals so richtig gefordert und während dem Song wurde klar, dass dem Wunderkind der Sendung auch Grenzen gesetzt sind. Mit Engagement und Power stürzte sich die Kandidatin auf die Passagen, die ihrem stark rhythmisch akzentuierenden Gesang entgegenkommen und nahm in den melodiöseren Parts die Power leider nicht raus. Zwischen kein Gas und Vollgas sollte es aber für eine Sängerin noch ein Zwischending geben, oder? Dennoch wie immer überzeugend, nicht zuletzt auch durch den etwas weniger hühnerigen Auftritt. Da kommt jemand mehr und mehr in das Format, das in Oslo benötigt wird!

3. Christian Durstewitz: Erwischte mit „Dance With Somebody“ den perfekten Song für ihn. Sichere Sache, da kann man nix meckern, überragend ist Durstewitz aber (immer noch) nicht. Spielt die Rolle des sympathischen Freaks und wird schon allein für die Dramaturgie einer solchen Sendung noch benötigt.

4. Leon Taylor: War mit „Tears In Heaven“ von Eric Clapton stimmlich wieder in dem Terrain, das er am besten beherrscht. Stimmlich großartig, aber im Gesamtbild schön-langweilig. Die Kasse4 fragt vorsichtig, ob Leon wirklich in Oslo sein soll? Warum um alles in der Welt? Das Publikum beantwortete kurz darauf diese Frage.

5. Sheryhan Osman: Brachte mit „In The City“ erneut einen eigenen Song. Schnarch. Schnarch. Schnarch.

6. Jennifer Braun: Die Bankrotterklärung des Abends. „Ain’t nobody“ von Chaka Khan sollte das sein. Für die Schleimerei der Jury gibt es in diesem Fall keine Entschuldigung. Braun hörte sich so an, als wenn ihre Band sich den Song gerade erarbeitet, um beim nächsten Dorffest zu angetrunkener Stunde damit zu punkten. Ihrem Vernehmen nach war das auch so… Egal, ob sie nun weiter ist oder nicht, das wird nichts mehr.

Fazit: Leon Taylor ist draußen, richtig wird ihn keiner vermissen – am Freitag geht es weiter in der ARD und dann geht Jennifer Braun. Und so war die vierte Show vor 14 Tagen: https://kasse4.wordpress.com/2010/02/24/unser-star-fur-oslo-die-vierte-lena-meyer-landrut-raumt-wieder-ab/

So geht’s weiter: Viertelfinale am 05.03., 20.15 Uhr (ARD): Aus fünf mach vier Kandidaten (Jury: Raab, Anke Engelke, Adel Tawil) – Halbfinale am 09.03., 20.15 Uhr (ProSieben): Aus vier mach zwei Kandidaten – Finale am 12.03., 20.15 Uhr (ARD): Aus zwei mach unseren Star für Oslo (Zuschauer wählen zuerst den Song für Oslo, danach unseren Star für Oslo)

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6 Antworten zu Unser Star für Oslo, die fünfte: Tagessieg für Kerstin Freking

  1. suednordost schreibt:

    Wieder sehr eloquent zusammengefasst! Ich finde auch, dass ein bisschen mehr Kritik von Seiten der Jury angebracht gewesen wäre. Ich habe ziemlich oft weggezappt, weil ich die Auftritte gestern sehr langweilig fand- alle außer Lena! Okay, ich bin schon lange nicht mehr objektiv ;). Aber sie hat sich mal wieder einen meiner Lieblingssongs ausgesucht- ich hatte sogar Gänsehaut!
    Aber jetzt mal ein Wort zu den beiden Moderatoren: Die sind doch unerträglich, oder? Völlig uncharmant die beiden. Hölzerne Trampeltiere. Moderieren die bei der ARD dann weiter?

    • www.kasse4.de schreibt:

      gute frage, das mit den moderatoren. ansonsten freut mich das lob, danke 🙂 … und dass Du das ähnlich siehst, ist ja schön, wenn man nicht allein auf weiter Flur steht. Mal sehen, was der Freitag bringt ! Grüße! m.

  2. Pingback: “Unser Star für Oslo”, die vierte: Lena Meyer-Landrut räumt wieder ab « Kasse4

  3. palmenstrand schreibt:

    Ich muss sagen, dass es mir nicht unangenehm ist, dass sich die Jury der Veranstaltung bemüht, fair und positiv zu bleiben.
    Es wird genug Schund gezeigt, bei dem es weniger um die Musikalität, als um die Zoten der selbstdarstellerischen Moderatoren (Schrägstrich Jurymitglieder) geht – insofern empfinde ich es als außerordentlich positiv, dass das „Oslo – Format“ (recht erfolgreich) vor allem auf die Qualität seiner Protagonisten setzt und dabei ohne quotentreiberische Querschläge auskommt.

    • Kasse4 schreibt:

      Hi, gebe Dir ja recht, das Problem ist nur, dass, je enger das Feld wird, es zumindest meiner Meinung nach umso mehr auf die Nuancen ankommt. Und wenn dann eben ein Fräulein Osman mit einem Schnarchlangweil-Song ankommt und Leon sich mit einer totgespielten Nummer ebenfalls keinen Gefallen getan hat – darf man das auch mal sagen. Meine ich zumindest 🙂 Man kann Kritik üben, ohne in DSDS-Manier zu verfallen. Das geht!

  4. palmenstrand schreibt:

    Ja, ach, wahrscheinlich stimmt das schon – ich vermute aber, dass auch deshalb so stark darauf geachtet wird, damit niemand auf die Idee kommt, das Format in die unseriöse Ecke zu verbannen – denn immerhin ist diese Art der Wahl des Kandidaten in diesem Jahr sowas wie ein Pilot oder? Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf heute abend! Chips sind gekauft, Dips angerührt, ein bisschen Grand Prix Vorfeeling 😉

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