Pure Poesie: Die Tiger Lillies live im Cafe Keese

Räumten in Hamburg ab: Die Tiger Lillies

Räumten in Hamburg ab: Die Tiger Lillies

Wunderschön, ergreifend und souverän – jede Lobesbekundung ist ehrlich und angebracht, wenn es um das englische Trio The Tiger Lillies geht. Gestern abend fand der letzte von insgesamt zwei Auftritten im Cafe Keese auf der Reeperbahn in Hamburg statt, die Bude war voll.

Die Tiger Lillies, deren Musik man idealerweise wie folgt beschreiben kann .. The criminal castrati and his accordion driven anarchic Brechtian street opera trio performing their unique mix of falsetto crooning, strange gypsy music habe ich gestern zum insgesamt vierten Mal live gesehen. Und immer war es anders. Irgendwann Mitte der Neunziger als „Beiwerk“ zu einer Dinner-Show auf dem Müncher Winter-Tollwood: Eine ideale Kombination aus Kulinarik, Artistik und abgedrehtem akustischen Gossenpunk. Eine bis heute währende Liebe keimte auf … Das nächste Mal dann erneut auf dem Wintertollwood als Teil einer Aufführung des Märchens vom Mädchen mit den Schwefelhölzern. Dann 2007 (?) an meinen Geburtstag (wie geil war das denn!) im Club Ampere in München mit der Visualisierung und Vertonung des Horrorromans „Mountains Of Madness“ (D: „Berge des Wahnsinns“) von H.P. Lovecraft. Gruselig und sehr speziell.

Gestern also mit einer Art Best-Of („Songs of Shockheaded Peter and Other Gory Verses“) zum 20sten Bühnenjubiläum des Trios. Sänger Martyn Jacques war gut in Form und meine Entdeckung des Abends waren wunderschöne, aber meist tieftraurige Balladen, die Martyn fast ohne Begleitung am Flügel vortrug. Zeit stand still, Momente reinster Poesie, im Publikum hätte man eine Stecknadel fallen hören. Diese Momente sind so rar geworden im Live-Zirkus, dass es sich lohnt, sie zu erwähnen. That’s what it’s all about. Jacques Unterstützung kam einmal mehr von Adrian Huge am Schlagzeug (und als Komiker vorm Herrn) und von Adrian Stout am Bass. m.

Die heutige Playlist:

Dune – Enter Metropolis (VÖ: 14.08.2009). Überdurchschnittlicher State-Of-The-Art-Indie-Rock. Ging mir beim Hören wie mit den Infadels: Muss man live hören, am besten in einem kleinen dreckigen Club. Auf CD sehr nett, an sich tadellos, gar keine schlechte Scheibe. Aber der Live-Funke fehlt schmerzlich.

My Passion – Corporate Flesh Party (VÖ: 04.09.2009). Party-Fun-Punk-Metal-Mucke, belanglos. Für Freunde des Genres sicher akzeptabel, außerhalb des Fankreises muss das niemand gehört haben.

Mike Oldfield – Tubular Bells (Stereo-Mix, Reissue, VÖ: 12.06.2009). Hörspaß, ein Klassiker – virtuos, überraschend, unterhaltend und dank der Überarbeitung durch den Meister seitdem auch als Stereo-Mix zu haben. Klassiker, wiegesagt, gehört in jede gute Plattensammlung (ähm CD-Sammlung).

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